Anhang

 

zu 1)

Die statische Kraft eines Getreidehalms können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir das Verhältnis von Höhe und Durchmesser betrachten. Bei einer Höhe von 1,20 Meter und einem Querschnitt von 4 Millimeter errechnen wir eine Zahl von 300:1. Konkret auf bauliche Verhältnisse übertragen: Stellen wir uns einen Turm von 1 Meter Dicke und 300 Meter Höhe vor. Es wäre absurd, anzunehmen, ein Architekt könnte ein solches Bauwerk errichten. Dabei sind die Zahlen sehr zurückhaltend gewählt. Ein Roggenhalm kann gut 1,80 bis 2 Meter hoch werden. So erhalten wir Werte bis zu 500:1 und mehr. Ein Weiteres noch: Der Halm trägt mit der Ähre das Vielfache seines Gewichtes. Denken wir an diese unvergleichliche Kraft, wenn sich die Halme mit den Ähren im Winde wiegen!“

aus: Udo Renzenbrink, “Die sieben Getreide – Nahrung für den Menschen”, Rudolf Geering-Verlag, Goetheanum, Dornach, Schweiz

 

zu 2)

Über die Höhe des Eiweißbedarfs, insbesondere des Kindes ist man sich in wissenschaftlichen Kreisen wenig einig. „Wohl keine Zahl in der Ernährungsphysiologie ist so unsicher und findet so extreme Verfechter wie die des Bedarfs des menschlichen Organismus an Eiweiß“ (A.Fleisch)6. Meist setzte man den Eiweißbedarf zu hoch an und forderte mindestens 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Diese Forderung ist stark überhöht. Nach Versuchen am Max-Plank-Institut in Dortmund liegt der minimale Bedarf zwischen 0,4 und 0,6 g Protein pro kg Körpergewicht7. Rlaph Bircher berichtet von Völkern, die nur mit 15-20 g volle Gesundheit und einen prächtigen Muskelbau entwickeln9. Es wird meist nur von einem Minimum gesprochen und das Optimum nicht beachtet, das heißt die Menge, die der Organismus verwerten kann, ohne dass belastende Reste im Stoffwechsel bleiben. Das Überschreiten des Optimums ist eine der Hauptursachen für die Sklerose (s. S. 12).“

aus: Udo Renzenbrink, “Ernährung unserer Kinder – Gesundes Wachstum, Konzentration, Soziales Verhalten, Willensbildung”, S. 28, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart