Brunnenkresse ist eine Pflanze mit kleinen rundlichen Blättern, die vorzugsweise in der kalten Jahreszeit wächst. Als eine der ersten essbaren Pflanzen kann sie bereits ab März bis Mai geerntet werden und dann wieder ab Oktober bis Dezember. Während der sommerlichen Blütezeit ab Mai/Juni schmeckt sie dann zu scharf und die Blätter sind härter. Sie ist also eine Pflanze, die sich uns gerade in der kalten Jahreszeit anbietet.
Brunnenkresse liebt nährstoffreiches leicht fließendes Wasser und wächst entlang von Bächen, entweder am Rand oder auf steinigen Inselchen, aber immer vom Wasser umspült. Man findet sie auch an sumpfigen Stellen im Wald, feuchten Gräben, an Quellen und Gebirgsbächen bis in Höhen von 2400 m.
Die Brunnenkresse wurde von R. Steiner im Vortrag vom 31.7.1924 wörtlich erwähnt und zwar im Hinblick auf das in ihr enthaltene Fett. Die Fette in einer Pflanze scheinen umso wertvoller zu sein, je grüner die Pflanze ist.
„Wenn aber die Blätter grün bleiben – je grüner sie sind, desto mehr geben sie eben fettige Substanz. So dass also der Mensch, wenn er Brot ißt, sagen wir, vom Brot nicht viel Fett aufnimmt in sich. Er nimmt zum Beispiel von dem, was, sagen wir, Brunnenkresse ist – die kleine Pflanze mit den ganz kleinen Blättern -, mehr Fett auf, als wenn er Brot ißt.“
Rein materiell gesehen enthalten 100g Brunnenkresse etwa 0,2 g Fett und 100 g Vollkornbrot das 7fache, nämlich etwa 1,5 g Fett. Der mengenmäßige physische Fettgehalt eines Nahrungsmittel scheint demnach weniger entscheidend zu sein als die Qualität und Dynamik eines Fettes.
Er führt weiter aus, dass dieses Fett besonders günstig auf Herz und Lunge wirkt und sich in allen kräftig grünen krautigen Teilen von Pflanzen, wie im Salat bildet. „… will ich auf Lunge und Herz wirken, mache ich mir Salat und so weiter.“ Gerade die grünen nicht gekochten Blätter entfalten auf Lunge und Herz ihre förderliche Wirkung. Das folgende Zitat erweitert das Bild. „Aber die stärksten Triebkräfte der Sonne braucht das Blatt, wenn es reifen soll, das wächst der Sonne zu. So dass wir sagen können: Das Kraut wirkt vorzugsweise auf Lunge und Herz .“
Während die Wissenschaft das Fett nicht erwähnt, sondern das Chlorophyll, das den Sauerstofftransport im Blut verbessert, gegen freie Radikale im Körper wirkt und Schimmelpilze und andere krebserregende Stoffe im Darm binden und ausscheiden kann, betont R. Steiner als bedeutendstes Element für Lunge und Herz die fettige Substanz in den grünen Blättern, die als Salat, also roh zubereitet werden.
Nimmt man wissenschaftliche Aussagen hinzu, so bemerkt man manche Ergänzungen: Je grüner Blätter sind, umso mehr grüne Farbpigmente enthalten sie. Die grünen Farbpigmente sind das Chlorophyll, welches das Sonnenlicht aufnimmt und verwandelt. Je grüner die Blätter sind, umso mehr Chlorophyll enthalten sie und damit umso mehr Sonnenlicht oder Sonnenenergie. Dabei bilden sich auch Fettsäuren, wie die α-Linolensäure. Das Chlorophyll wird beim Kochen bereits ab 40° – 50° zerstört.
R. Steiner empfiehlt, die von ihm dargestellten Zusammenhänge zunächst bildhaft, als konkrete gedankliche Vorstellungen aufzubauen. Dabei betrachtet man zunächst die Brunnenkresse oder einen Salat mit seinen kräftig grünen Blättern und stellt sie sich dann als Bild vor, dazu die Sonne, die sie intensiv bescheint. Im Sonnenlicht und der Sonnenwärme gehen intensivste Verwandlungs- und Bildeprozesse in den Blättern vor sich.
In der objektiven Hinwendung und klaren Vorstellungsbildung entstehen neue Wahrnehmungen und Empfindungen, die durch ein „spekulierendes Denken“ verhindert würden, wie er schreibt. Die Gedanken von R. Steiner sind demnach weniger eine Sammlung von Wissen, sondern Bilder der physischen und metaphysischen Welt, die durch eine ruhige Vorstellung beginnen sich selbst auszusprechen und Erkenntnisse zu offenbaren.


