Unsere erschöpfte Zeit bedarf gesunder Nahrungsmittel und vielmehr noch der Heilkraft des Menschen.

 

Unsere Speisen können es uns erschweren die täglichen Anforderungen zu erfüllen oder so substanzkräftig und anregend sein, dass wir sie leichter bewältigen können. Nicht nur in Bezug auf die steigende Zahl an Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten, sondern auch im Hinblick auf die zunehmende Erschöpfung und nervliche Überanstrengung vieler Menschen, müssen die Möglichkeiten von Seiten der Ernährung weiter entwickelt und vorhandene Ansatzpunkte ausreichend ausgeschöpft werden.

Es gibt viele Forschungsergebnisse über eine „gesunde und richtige“ Ernährung und je nachdem, von welchem Standpunkt diese ausgehen, kommen sie zu unterschiedlichen und manchmal sogar gegensätzlichen Sichtweisen. Sehr zentral werden dabei die verschiedenen Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel nach günstig oder ungünstig eingeteilt oder gekochte Nahrung der Rohkost gegenübergestellt. Das Hauptaugenmerk gilt vorrangig den Nahrungsmitteln, deren Inhaltsstoffen und Heilwirkungen.

Ein zweiter wesentlicher Faktor für die Heilkraft einer Speise, nämlich der Koch selbst, wird dabei wenig beachtet. Er ist es aber, der die Speisen gestaltet, der viele Handlungen an den Nahrungsmitteln vollzieht und sie schließlich in die Form bringt, in der wir sie dann auf dem Teller vorfinden. Durch ihn erst gelangen Qualitäten, wie Ruhe, Ordnung, eine helle entgegenkommende Ausstrahlung, auf das Bewusstsein strukturierende und zentrierende und das Nervensystem lösende Kräfte hinein. Er hat es in der Hand, ob ein Gericht ein gieriges Verlangen auslöst und dazu verleitet, sich zu überessen oder ob man das Essen zufrieden beenden kann, in dem Moment, in dem man sich gesättigt fühlt.

Bei genauerer Betrachtung muss man den Koch mit seiner Aktivität des Zubereitens sogar noch vor die Wahl der Nahrungsmittel stellen. Selbst qualitativ weniger hochwertige Nahrungsmittel können durch die bewussten Gestaltungsschritte des Kochs auf ein heilkräftiges Niveau angehoben werden und die Lebenskräfte des Menschen stärken. Eine gute Fachkunde beispielsweise über die Wirkungen von Formen und Farben, sich gegenseitig aufwertende und ergänzende Gewürze und Gemüse, über Licht- und Wärmewirkungen in der Nahrung, über die unterschiedlichen Hitzewirkungen beim Kochen, die Heilwirkungen, die mit einer ästhetischen Gestaltung der Speisen einhergehen oder ein gut entwickeltes Einfühlungsvermögen bilden eine Basis für eine heilkräftige Ernährungsgestaltung.

Die heilsame Gestaltung von Speisen gewinnt auch für die Diätetik eine besondere Bedeutung. Wenn die Auswahl aus gesundheitlichen Gründen sehr eingeschränkt ist, können „arm“ erscheinende Diätgerichte durch den Koch in ihrer substanziellen Kraft entscheidend aufgewertet werden und über den Aspekt des Gestaltens aus dem Gefühl der Reduzierung und des Verzichtes heraus- und in bereichernde Perspektiven der Nahrungsbereitung hinüberführen.

Dieser ganzheitliche Ansatz berücksichtigt die Heilwirkungen der Nahrungsmittel, die seelischen Aspekte der Ernährung und bezieht ebenso geisteswissenschaftliche Gedanken mit ein. Er basiert auf konkret nachvollziehbaren praktischen Grundlagen und beschreibt keine neue Ernährungslehre, sondern kann in allen bestehenden Ernährungsrichtungen berücksichtigt werden. Eine wesentliche Heilkraft entsteht durch die Aktivität des Kochs, also durch den Menschen selbst und kann sowohl in einer vegetarischen, makrobiotischen, rohköstlichen, veganen oder herkömmlichen Ernährungsweise zum Tragen kommen.

 

 

Diese Seite wird nach und nach um weitere Beiträge erweitert.
Unter www.alimentazione-salutare.com sind die Inhalte auch in italienischer Sprache zu finden.

 

Hinweis: Alle nachfolgenden Artikel auf dieser Endlosseite des WordPress Blogs finden sich auf geordnete Weise in den verschiedenen Rubriken rechts und ganz oben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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sigrid am Juli 26th 2014 in Archiv

Karotten-Cremesuppe fein gewürzt

 

DSCN5150 Karottensuppe rund

 

Zutaten für 4 Personen:
5 Karotten mittel bis groß
1 mittlere braune Zwiebel
2 Eßl. Dinkelgries
2 cm frische Ingwerwurzel
2 Teel. grüne Fenchelsamen gemahlen
1 großes Lorbeerblatt
Wasser
Salz
Öl

 

Hinführender Gedanke:
Es ist sehr praktisch und schnell als Grundlage für Suppen einen Gemüsebrühwürfel zu verwenden. Sie sind meist aus einer Vielzahl verschiedener Gewürze und Gemüse komponiert, die jeder Suppe einen kräftigen aber recht einheitlichen Geschmack verleihen.

Möchte man die verwendeten Gemüse einer Suppe jedoch betonen, ergänzen oder in ihrem Geschmack harmonisch anheben, so lohnt sich der eigenständige Blick zu den einzelnen Gewürzen und Kräutern. Ein weites Spektrum unverwechselbarer Aromen und Düfte strömt dem Koch von ihnen entgegen.

Karotten sind ein sehr mildes Gemüse mit leicht süßlichem Eigengeschmack. Die knackige Frische roher Karotten verliert sich jedoch beim Kochen und sie werden dadurch evtl. sogar etwas fade im Geschmack. Die zarte Eigenart (wegen ihrer Milde sind Karotten das erste Gemüse, das Babys vertragen) soll nun beim Zubereiten erhalten bleiben und nicht überdeckt werden.

Sehr gut eignet sich deshalb die Zugabe von fein gemahlenen grünen Fenchelsamen. Sie sind ebenfalls süßlich und sanft erfrischend. Besonders die frische Ingwerwurzel mit ihrem zitronigen und angenehm scharfen Aroma fügt zu den Karotten eine Frische wieder hinzu, die ihnen durch das Kochen verloren gegangen ist. Die Zwiebel bringt mit ihrem Schwefelgehalt zusätzlich ein wärmendes Element zu der eher kühlen Karottenwurzel und macht mit ihrer Süße, die Süße der Karotte fülliger. Das Lorbeerblatt schenkt eine kräftige Note, die der leichten Suppe ein Fundament gibt. Die Zugabe von Olivenöl ganz am Ende des Kochprozesses bewirkt nochmals einen Hauch von Frische. Die Gewürze überdecken so nicht die Karotten, sondern ergänzen sie harmonisch in ihrem Charakter.

Mit einigen wenigen Gewürzen kann ein Gericht entstehen, das die Sinne aufhorchen lässt. Sie erleben den harmonischen Zusammenklang der Zutaten als freudiges und bereicherndes Geschmackserlebnis, das Zufriedenheit schenkt und damit die Nerven beruhigt.

 


Zubereitung:
Die Karotten putzen, waschen und in Scheiben oder Halbmonde schneiden. Die Zwiebel fein würfeln, den Ingwer schälen und ebenfalls sehr fein würfeln.

In einem Topf die Zwiebeln und den Ingwer in etwas Öl andünsten, Salz und die gemahlenen Fenchelsamen zugeben, kurz weiter dünsten; den Grieß darüber streuen, mit andünsten und dann etwa 150 ml Wasser nach und nach zugießen und gut verrühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Lorbeerblatt zufügen und den Fond der Suppe einige Minuten kochen lassen.

Etwa 600 ml Wasser zugießen, die Karottenscheiben zugeben und so lange kochen, bis sie weich sind (etwa 10 Minuten). Nun das Lorbeerblatt herausnehmen (nicht vergessen!) und mit Pürierstab alles fein pürieren; evtl. noch etwas heißes Wasser zugeben, falls die Suppe zu dick ist und mit Öl und Salz abschmecken.

Beim Servieren kann man nach Belieben einen Eßl. Quarkcreme in die Tellermitte setzen und die Suppe mit frischer Petersilie oder Schnittlauch bestreuen. Auch geröstete Kürbiskerne eigenen sich sehr gut zum Darüberstreuen. Sie geben eine knackig-würzige Ergänzung zu der cremigen Konsistenz der Suppe. Diese leichte Suppe erhält durch den Quark oder die Kürbiskerne eine kräftigende Beigabe und eignet sich sehr gut als Abendmahlzeit mit Brot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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sigrid am April 4th 2015 in Archiv

Sellerie würzig zubereitet mit Rosmarin – ohne Gluten, vegan

 

 

Zutaten:
1 Knolle Sellerie
Salz

1-2 Teel.
Rosmarin
getrocknet und fein gemahlen
Saft einer Zitrone
Olivenöl
Essig

 

Hinführender Gedanke:
Die Sellerieknolle mit ihren üppigen Wurzelansätzen wirkt im Vergleich zu anderen Wurzel- und Knollengemüsen wie beispielsweise Karotten, Fenchel oder Rote Beete etwas unförmig.

 

 

Indem man nun den Sellerie in Dreiecke, dünne Stifte oder Streifen schneidet, gewinnt er eine ansprechendere und harmonischere Form.

 

Durch die regelmäßig geschnittenen Dreiecke erhält der Sellerie eine harmonische Form

 

Sehr würzig und erfrischend ist die Zubereitung in Verbindung mit Rosmarin und Zitronensaft, als Salat oder als gedünstete Scheiben. Wegen seines intensiven Geschmackes eignet sich Sellerie sogar mehr als Gewürz.

Sellerie gehört wie Petersilie zur Familie der Doldenblütler. Die grünen Blätter sind denen der Petersilie ähnlich und weisen eine deutlich gegliederte Form auf. Durch die Gliederung vergrößert sich die gesamte Oberfläche der Blätter und so können sie das einstrahlende Licht gut aufnehmen und in der Pflanze akkumulieren. Fügt man den Sellerie zu anderen Nahrungsmitteln hinzu, beispielsweise zu Tomatensoße oder auch zu grünem Salat, kann er diese mehr durchlichten.

Daneben sei noch erwähnt, dass Sellerie anregend auf den Stoffwechsel wirkt und als Heilpflanze bedeutungsvoll ist. Gleichzeitig ist er aber auch wegen seiner allergenen Wirkung bekannt.

 

Zubereitung:

als Antipasto oder würziger Salat:
Den Sellerie schälen, in Viertel oder Achtel schneiden und diese dann mit einem scharfen Messer in dünne Scheiben schneiden. Die Selleriescheiben mit etwas Wasser, Salz und Rosmarinpulver in einer Pfanne etwa 3-5 Min. dünsten, bis sie fast weich sind. Zitronensaft und Olivenöl nach Belieben zugeben und den Geschmack noch mit etwas Essig abrunden.

als Scheiben gedünstet:
Den Sellerie schälen und in etwa ½ cm dicke Scheiben schneiden. Diese mit etwas Wasser in eine Pfanne geben, Salz und Rosmarinpulver (Getrockneter Rosmarin kann in einer Kaffeemühle sehr leicht zu feinem Pulver gemahlen werden, das sich harmonischer mit dem Sellerie verbindet, als zu gröbere Stücke.) darüber streuen und bei geschlossenem Deckel etwa 3-4 min. dünsten. Dann die Scheiben wenden, nochmals etwas Salz und Rosmarin darüber streuen und so lange dünsten, bis sie weich, aber nicht zu weich sind.

Die Scheiben auf einem Teller schön anrichten, mit Zitronensaft beträufeln und einen Faden Olivenöl darüber ziehen.



 

Die Scheiben können sehr gut als Brotbelag gegessen werden, sowie zu Nudeln, Hirse oder Kartoffelbrei.

 

Mit etwas Paprikapulver bestreut wirken die Selleriescheiben farbenfroher und wärmer

 

Auch der würzige Salat passt gut zu Brot, Getreidebratlingen oder anderen Gerichten. Die Essigbeigabe beim Salat ermöglicht es, diesen mehrere Tage im Kühlschrank aufzubewahren.

 

 

 

 


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sigrid am Januar 17th 2015 in Archiv

Würziger Reis mit Tofu (ohne Gluten)

Reis mit Gewürzen belebt

Reis mit Gewürzen belebt

Zutaten: (für 2 Personen)
1 Tasse (250ml) Vollkornreis
2 ¼ Tassen Wasser
2-3 cm Ingwerwurzel fingerdick
1 Lorbeerblatt
Salz
Olivenöl

200 gr. Tofu
1 Teel Curcumapulver

1 Lauch
1 Teel. Kreuzkümmel
evtl. 1 Teel. Schwarze Senfsamen

Hinführender Gedanke:
Die Getreide bilden die Grundlage unserer Ernährung. In Form von Brot, Brötchen, Teigwaren, Reis, Gebäck und Kuchen sind sie ein wesentlicher Bestandteil fast aller Mahlzeiten.

Alle Getreide sind sehr reich an Kohlenhydraten, welche im Körper in Wärme und Energie umgewandelt werden und dem Menschen die nötige Kraft für seine physischen wie auch mentalen Aktivitäten zur Verfügung stellen. Fehlen in der täglichen Ernährung die Kohlenhydrate, dann erschöpfen wir sehr schnell, sowohl in körperlicher Hinsicht, als auch in der Fähigkeit, sich zu konzentrieren und wach am Leben teilzunehmen.

Interessiert man sich einmal für das Wachstum der Getreidepflanzen, dann fällt auf, dass sie keine Blüten bilden. Es sind Pflanzen, die vollständig auf das Blühen und Duften verzichten. So können sie all ihre Kräfte in die Bildung der Körnerfrüchte mit ihren reichhaltigen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Eiweißen, wertvollen Ölen, Spurenelementen und vielen Mineralstoffen hineingeben. Nur für einige Stunden „blühen“ die Getreide auf fast unmerkliche Weise, wenn die winzigen Staubgefäße in den Ähren hervorkommen und der Wind die Pollen zur Befruchtung wie eine feine gelbliche Staubwolke über das ganze Feld trägt.

Anstelle von schönen Blüten treten nur winzige Staubgefäße hervor

Eine Rose im Gegensatz dazu legt all ihre Kraft in ein herrliches Blühen und verströmt einen zauberhaften Duft, anstatt nahrhafte Substanzen auszubilden.

 

Blütenpracht und duftende Öle stehen bei der Rose im Mittelpunkt

 

Auch die aromatischen Kräuter und die Gewürzpflanzen verausgaben sich nicht mit üppigem Blühen, sondern bilden meist nur kleine unscheinbare Blüten aus. Anstatt einen substanziellen Nährwert aufzubauen, bilden diese während ihres Wachstums reichlich intensive Geschmacks- und Aromastoffe aus, welche die Sinne des Menschen umspielen und berühren. Sie sind wie ein Schlüssel, der unser Interesse für die Nahrungsmittel und Speisen öffnet. Die aromatischen Düfte ziehen die Aufmerksamkeit zu den Speisen und regen alleine schon beim ersten Riechen den Fluss der Verdauungssäfte an.

Alle Vollkorngetreide sind reich an nährenden Substanzen, aber gleichzeitig fast frei von Geschmacksstoffen. Fade schmeckende Speisen können kaum unser Interesse erwecken oder bewirken sogar ablehnende Gefühle. Körperlich gesehen sind schwerer verdaulich und belasten zudem den gesamten Stoffwechsel und vor allem das Herz. Deshalb verlangen die Vollkorngetreide danach, ausreichend mit würzigen Kräutern kombiniert zu werden. Kenntnisse einerseits zu den Getreiden und andererseits zu den Kräutern und Gewürzen, ermöglichen es, neue Nahrungsmittel zu gestaltet, die die jeweiligen Qualitäten auf ideale Weise vereinen und sich gegenseitig aufwerten.

So können Speisen zubereitet werden, die substanziell kräftig sind und gleichzeitig dem Menschen so entgegen kommen und so belebend wirken, dass einerseits der Stoffwechsel im idealen Sinne zur Aufnahme der Substanzen angeregt wird und andererseits auch das Bewusstsein in seiner Wachheit eine Belebung erfährt.

Zubereitung:
Den Reis ein in einer Schüssel waschen und das Wasser abgießen, dann die Körner in einen Kochtopf geben. Die Ingwerwurzel in sehr feine Streifen oder feine Würfel schneiden und mit dem Wasser und dem Lorbeerblatt zum Reis geben. Den Reis zum Kochen bringen und auf kleinster Flamme etwa 45 Min. zugedeckt köcheln lassen. Während der gesamten Kochzeit den Reis nicht umrühren, damit die einzelnen Körner möglichst gleichmäßig und in Ruhe aufquellen und sich aufschließen können. Wird der Reis zwischendurch umgerührt, dann kann die Stärke leichter am Boden anzulegen und anbrennen.

Etwa 20 min. bevor der Reis fertig ist, den Tofu in Streifen schneiden und in einer Pfanne mit etwas Öl und Zugabe von Salz bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam von allen Seiten braten. Die Pfanne dann vom Herd nehmen, Curcumapulver zugeben und es gut mit dem Tofu vermischen.

Den Lauch waschen, in Ringe oder Streifen schneiden und in einer Pfanne mit etwas Wasser und Öl sowie Salz, Kreuzkümmelsamen und Senfsamen bei mittlerer Hitze dünsten, bis er weich ist.

Wenn der Reis fast das ganze Wasser aufgenommen hat, dann den Topf vom Herd nehmen, etwa 4 Eßl. Olivenöl und 1 Teel. Salz zufügen und das Ganze in einer Weise vermischen, dass es locker bleibt.

 

Reis gut gewürzt und harmonisch aufgequollen

 

Wird zu viel oder zu kräftig gerührt, dann wird der Reis zunehmend klebriger. Den Reis noch einige Minuten ruhen und durchziehen lassen und dann alles servieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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sigrid am Januar 3rd 2015 in Archiv

Buchweizenbratlinge (ohne Gluten)

DSCN6759 Buchweizenbratlinge verschieden rund wärmer

 

Zutaten für 2 Personen:
300 g Buchweizenmehl
Mineralwasser mit viel Kohlensäure

für die salzige Variante:
1 flacher Teel. Salz
Oregano
etwa 12 Pfefferkörner grün oder schwarz
5 Eßl. Olivenöl
Kürbiskerne zum Bestreuen

für die süße Variante:
50 g Haselnüsse gemahlen
Schale einer Zitrone gerieben
Prise Salz
1 Eßl. Vollrohrzucker

 

Hinführender Gedanke:
Mehl aus Buchweizen eignet sich besonders gut zur Bereitung von Bratlingen. Der Buchweizen hat eine gute Bindefähigkeit und quillt beim Backen sehr gut auf, ganz im Gegensatz zu Reis, Hirse oder Mais. Ohne Triebmittel oder Eier zu verwenden, nur mit Mineralwasser, gelingen flauschige, von vielen kleinen Luftbläschen durchzogene Bratlinge.

 

DSCN6696 Buchweizenbratlinge Achtel rund wärmer

Die Buchweizensamen sind bei der Ernte von einer schwarzen Schale umhüllt. Diese wird entfernt, bevor sie als ganze hellbraune bis leicht hellgrünliche Körner verkauft werden. Das fertige Buchweizenmehl enthält jedoch meist die schwarze Schale, wodurch das Mehl eine eher graue Farbe erhält und der typische Geschmack des Buchweizens viel intensiver ist. Bevorzugt man den milderen Geschmack, dann sollte man das hellere Mehl (ohne Schalenanteile) wählen oder die Körner selbst mahlen. Sie können sehr gut in einer Kaffeemühle frisch gemahlen werden, da sie viel weicher sind als Reis, Weizen oder Mais.

Buchweizen wirkt wärmend und bietet vor allem bei Glutenunverträglichkeit ideale Möglichkeiten, Fladen zu backen, die kräftig sind und anstelle von Brot gegessen werden können oder als süßes Gebäck. Die Bratlinge schmecken auch kalt mit Käse oder Aufstrichen. Um den Geschmack zu variieren, kann etwas Reis-, Hirse- oder Maismehl zugefügt werden, wodurch die Bratlinge beim Backen jedoch etwas weniger gut aufgehen.

 

Zubereitung:
Die Buchweizenkörner so fein wie möglich mahlen oder fertiges Mehl verwenden. Das Mehl in eine Schüssel geben und unter Rühren so viel stark sprudelndes Mineralwasser hinzugeben, bis ein homogener und nicht zu dünnflüssiger Teig entsteht. Diesen mindestens 1 Stunde quellen lassen.

 

DSCN6676 Buchweizenteig wärmer

Die Konsistenz des Teiges kann variiert werden. Die Bratlinge werden dann entsprechend flacher oder fester

 

Nach einer Stunde Salz, Oregano, Pfefferkörner und Olivenöl zu dem Buchweizenteig hinzufügen und alles gut verrühren. Falls nötig, noch etwas Mineralwasser zugeben.

Etwas Öl in der Pfanne erhitzen, 1 Schöpflöffel Teig in der Pfanne verteilen, mit Kürbiskernen bestreuen und den Deckel darauf setzen. Zuerst auf mittlerer dann auf schwacher Hitze so lange braten, bis die Oberfläche nicht mehr teigig ist und die Unterseite des Fladen eine leicht goldbraune Färbung annimmt. Den Fladen wenden, ca. 1 Teel. Öl zugeben und den Bratling ohne Deckel so lange backen, bis auch die zweite Seite leicht goldbraun geworden ist. (Sehr würzig werden die Bratlinge, wenn dem Teig fein geschnittene Zwiebelwürfel beigefügt werden oder vorgegarte Gemüse, weitere Kräuter und Käse – siehe Zubereitung Gerstenpfannkuchen.)

 

Großer Bratling mit Kürbiskernen

Großer Bratling mit Kürbiskernen

 

 

Statt einem großen Fladen können auch mehrere kleine gleichzeitig gebacken werden. Vorsicht, dass das Öl dann nicht zu heiß wird.

Statt einem großen Fladen können auch mehrere kleine gleichzeitig gebacken werden. Vorsicht, dass das Öl dann nicht zu heiß wird.

 

Die fertigen Bratlinge auf einen Teller legen, evtl. im Backrohr warm halten, bis alle gebacken sind und vor dem Servieren auf einem Holzbrett in Achtel schneiden. Sie können zu Salat, Minestrone, Pasta oder mit Pesto serviert werden.

DSCN6797 buchweizenbratlinge mit Salat rund wärmer

 

Für die süße Variante nach dem Quellen des Teiges, die geriebenen Haselnüsse, fein geriebene Zitronenschale, 1 Prise Salz und Vollrohrzucker untermischen und wie oben beschrieben backen. Evtl. die fertigen Bratlinge mit Vollrohrzucker bestreuen oder etwas Ahornsirup darüber gießen. Schmeckt sehr gut zu Apfelmus oder auch nur mit Marmelade.

 

Fladen nur mit etwas Salz gewürzt kann mit pikanten und süßen Beigaben gegessen werden.

Fladen nur mit etwas Salz gewürzt kann mit pikanten und süßen Beigaben gegessen werden.

 

Die Bratlinge können auch am nächsten Tag kalt gegessen werden oder in einer Pfanne ohne Öl bei geschlossenem Deckel und geringer Hitze wieder erwärmt werden.

 

 

 

 

 

 

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sigrid am Januar 1st 2015 in Archiv

Zwiebelteller in leuchtender Farbe

 

Aus einer einfachen Zwiebel kann durch bewusst gestaltete Formen und Farben ein füllig-kräftiges Lebensmittel werden, das so manches freudige Erstaunen hervorruft.


In der gut zubereiteten Zwiebel drücken sich Wärme und ein lichtvolles Element aus. Sie ist oft schon als alleiniger kräftig-würziger Brotbelag ausreichend und wirkt stoffwechselanregend.

 

Zutaten:
1 rote Zwiebel
Salz
Apfelessig
Olivenöl
Currypulver

 

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen, in feine Ringe schneiden und diese locker auf einen Teller verteilen. Ihre ringförmige Blattstruktur und ihre Formkraft werden dabei sehr schön sichtbar. Zunächst wirken die Ringe jedoch noch etwas fahl.


Die Zwiebelringe wirken noch verhalten, ohne dem Betrachter entgegen zu kommen

 

Die Zwiebeln mit etwas kochendem Wasser übergießen und dieses gleich wieder vorsichtig abfließen lassen. Der kurze Hitzeprozess öffnet die Zwiebel etwas nach außen und sie wird bekömmlicher und milder auf diese Weise.

Nun mit Salz bestreuen und kurz ruhen lassen. Man kann beobachten, wie das Salz die Zwiebel weiter belebt und sie dem Betrachter nun mehr entgegen strahlt. Schließlich Apfelessig darüber träufeln. Der Essig hellt das Rot der Zwiebel kräftig auf, sodass die Zwiebelringe nun deutlich nach außen strahlen und die Sinne erfreuen.


Die verschiedenen Gestaltungsschritte lassen die Zwiebeln lebendig nach außen strahlen

 

Als nächstes einen Faden Öl darüber ziehen. Das Olivenöl fügt eine erfrischende Note hinzu, verstärkt das Aroma der Zwiebel und umhüllt gleichzeitig ihre Schärfe etwas. Mit Curry leicht bestreut, wird der Zwiebelteller kräftiger und in sich abgerundet. Das durchscheinende Gelb-grün des Olivenöl und das Ockergelb des Curry erfrischen auch das farbliche Bild der Zwiebelringe.


Mit Öl und Curry wirden die Ringe sehr anziehend

 

Die Zwiebeln können als Stoffwechsel-anregende Bereicherung zu Brot und Käse gereicht werden oder auch als würzig-kräftiger Brotbelag. Ebenso ergänzen sie Nudeln, Kartoffeln, Reis, Hirse, Buchweizen und fördern das Verdauungsfeuer zur Verwertung der Kohlenhydrate.

 

Die Zwiebelringe als pikanter Brotbelag

 

 

 

 

 

 

 

 


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sigrid am Dezember 17th 2014 in Archiv

Artikel

 

Nachfolgend finden sich verschiedene Artikel im Pdf-Format


Lichtätherkräfte in der Nahrung
Was sind Lichtätherkräfte und wie können sie beim Zubereiten der Speisen aufgebaut werden?

Wintergemüse in freudig belebten Formen zubereiten
Farben und Formen regen durch ihre Beziehung zum Licht die Sinne an und ernähren den Menschen.

 

 

 

 

 

 

 


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sigrid am Dezember 17th 2014 in Artikel

Karotten in lebendiger Schlangenform oder als zarte Würfelchen

 

In Schlangenform wirken die Karotten belebend und kräftig

 

Zutaten: (für 4 Personen)
4 Karotten
1 mittlere bis große Zwiebel
etwa 2 cm einer fingerdicken Ingwerwurzel
Salz
Olivenöl
etwas Petersilie frisch oder getrocknet

 

Karotten können durch ihre orangegelbe Farbe jeder Speise einen belebenden Farbtupfer geben. Damit sie als bekömmliches Wintergemüse jedoch nicht eintönig werden, können sie durch verschiedene Formgebungen ganz neu das Interesse der Familie erwecken. Je nach Form, in der ein Gemüse serviert wird, kann es anregend oder eher besänftigend wirken. In erschöpften Phasen, wird man ruhigere, feinere Formen als wohltuend empfinden, steht man mitten im Aktivsein, bieten kräftigere Formen die rechte Anregung. Auch der Geschmack verändert sich leicht, je nach der gewählten Form.

 

Zubereitung:
Die Zwiebel fein würfeln, die Ingwerwurzel schälen und ebenfalls fein würfeln. Die Karotten waschen und wenn nötig schälen.
Für die lebendige Schlangenform die Karotten am besten mit einem Gurken- oder Spargelschäler der Länge nach in breite dünne Streifen schneiden.
Für die zartere Variation, die Karotten mit einem scharfen Messer zuerst in schräge Scheiben schneiden, dann diese der Länge nach in dünne Streifen und dann weiter in kleine Würfel schneiden.


Als kleine Würfel wirken die Karotten sehr sanft

 
In einer Pfanne die Zwiebelwürfel und die Ingwerwürfel in etwas Öl und einigen Tropfen Wasser kurz dünsten, dann die Karottenschlangen oder die Karottenwürfel und Salz zugeben und alles so lange dünsten, – immer wieder wenden dabei – bis die Karotten weich sind, aber nicht zerfallen. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Petersilie darüber streuen und noch etwas Olivenöl zur Geschmacksabrundung zugeben. Das Gemüse passt gut in einer Nudelpfanne mit grünem Salat oder zu Kartoffelbrei, gekochter Hirse, Buchweizen, als Vorspeise oder einfach aufs Butterbrot.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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sigrid am Dezember 8th 2014 in Archiv

Ist der Mensch das, was er isst?

 

Der Ausspruch, „Der Mensch ist das, was er isst“, ist weltweit bekannt und er wird oft verwendet, vielfach, vermutlich ohne sich Gedanken darüber zu machen, was er für das eigene Selbstverständnis des Menschsein bedeutet, bzw. welches Bild des Menschen in ihm liegt. Dem soll hier einmal nachgegangen werden, damit sich verschiedene Ansatzpunkte leichter im Gespräch begegnen können. Ausgehend von dem Spruch selbst kann dies in einer Art Textarbeit geschehen, ohne zunächst weitere Informationen einbeziehen zu müssen.

Der Mensch ist das, was er isst, sagt mit anderen Worten, dass der Mensch das Ergebnis der Nahrungsmittel ist, die er zu sich nimmt. Die Nahrung hat also eine Bedeutung, die vor dem Menschen steht, weil sie die Ursache dafür ist, was der Mensch ist. Der Mensch mit seinem ganzen Wesen und seinen Qualitäten ist ein Produkt seiner Nahrung. Dies umfasst seine Gedankenkraft, seine Erlebensfähigkeit, seine Willenskräfte, seine kreativen Fähigkeiten, seine sozialen Impulse und auch seine seelischen Regungen und religiösen Empfindungen. All diese Qualitäten sind ein Resultat aus den täglichen Mahlzeiten. Er ist in all seinen Qualitäten ein Ergebnis aus physischen Substanzen, aus Mineralien, Fetten, Eiweißen, Kohlenhydraten, Spurenelementen, sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen usw.. Alleine die richtige Auswahl und Zusammensetzung der Nahrungsmittel ist entscheidend für eine positive oder negative Stellung im Leben und für die gesamte Entwicklung. Als Menschenbild erscheint ein Mensch, der sein ganzes Wesen, seinen Charakter und seine Persönlichkeit aus physischen Nahrungssubstanzen bezieht. Die materiellen Stoffe machen ihn zu dem, was ihn als Menschen ausmacht.

Ein anderes Leitmotiv als Grundlage für die Betrachtungen über die Ernährung schlägt Heinz Grill in dem Buch „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen“ vor, indem er sagt: „Der Mensch ist so, wie er sich zur Nahrung in Beziehung setzt.“ Auch diese Aussage kann in gleicher Weise betrachtet werden und selbst über ihr inneliegendes Bild des Menschen Auskunft geben. Es sind der Mensch, die Nahrung und die Möglichkeit des Menschen, sich in Beziehung zu ihr bringen, angesprochen, und weiterhin, dass der Mensch ein Ergebnis dessen ist, wie er sich in Beziehung bringt. Ein sehr aktives Element der Beziehungsaufnahme durch den Menschen liegt darin, in welchem er vielleicht seine Freude, Gierigkeit, Wertschätzung, Achtlosigkeit, Interesse oder Dankbarkeit hineinlegen kann und darin sich selbst ausdrückt, wie er ist. Es erscheint das Bild eines Menschen, der nicht von äußeren materiellen Dingen in seinem Menschsein und seiner Individualität bestimmt wird, sondern der so ist, wie er selbst die Beziehung zur Ernährung gestaltet und dem auch die Fähigkeit dazu zugesprochen wird.

Es wird deutlich, dass beide Aussagen von grundlegend verschiedenen Bildern über die Natur des Menschseins ausgehen. Der Ausspruch „Der Mensch ist das, was er isst.“ stammt von dem Philosophen Ludwig Feuerbach, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine rein auf das Materiell-Physische ausgerichtete Sicht der Welt vertrat, als Gegenthese zu anderen Philosophen, die den Geist als die Grundlage des Seins betrachteten und erforschten. Feuerbach reduzierte den Menschen auf die Nahrung, indem er sagt: „Die Speisen werden zu Blut, das Blut zu Herz und Hirn und zu Gedanken und Gesinnungsstoff.“ In dieser Zeit stieg auch die Chemie als Wissenschaft der messbaren Stoffe zur neuen Leitwissenschaft auf. Heinz Grill geht von einer Sichtweise aus, in der der Mensch als seelisches Wesen, sich sowohl zur irdisch-materiellen Welt, wie etwa der Ernährung, als auch zu einer geistig existierenden Realität in Beziehung bringen kann. In dem damit einhergehenden Entwicklungsprozess ist es der Mensch selbst, der bewirkt, wie er ist.

Die rein auf der physisch-materiellen Sichtweise beruhenden chemischen Untersuchungen* über die Wirkungsweisen der Nahrungsmittel stehen aber dennoch nicht in einem Widerspruch zu dem Leitmotiv von Heinz Grill. Die Nahrungsmittel stellt auch er in ihrer Wirkung auf den Menschen sehr anschaulich und ausführlich dar und auch im Sinne ihrer geistigen Bedeutung. Seine Ausführungen regen eine Interessensvertiefung und aktive Erweiterung im Leben an und die Nahrung erhält dabei ihre Zuordnung zum Menschen. Die Nahrung ist ein Begleiter bei dem Prozess der persönlichen Auseinandersetzung und sie kann ihm die notwendige substanzielle Grundlage dafür geben oder es ihm auch erschweren, je nachdem, wie sie gewählt wird. Der einzelne Mensch aber ist aktiver und freier Gestalter seines Lebens und seiner Entwicklung. Eine gute Ernährung kann ihn dabei unterstützen, aber wie er sich zur Nahrung in Beziehung bringt, drückt eine Aktivität seiner Seele aus.

Der Satz „Der Mensch ist das, was er isst.“ begegnet mir sehr oft in Gesprächen über die Ernährung und deshalb entstand in mir das Bedürfnis ihn einmal differenzierter zu betrachten. Oft wird er ohne großes Nachdenken ausgesprochen und gibt dabei einer Denkrichtung Raum, die entsprechend dem zugrunde liegenden Menschenbild weg von einem freien und entwicklungsfreudigen Menschsein führt.

 

 

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sigrid am November 24th 2014 in Archiv

Blaukraut bzw. Rotkohl als kräftig-würziger Salat mit blütenhaftem Charakter (ohne Gluten)

Zutaten:
1 kleiner bis mittlerer Kopf Blau- bzw. Rotkraut
100 g Sonnenblumenkerne
2 Eßl. Majoran getrocknet
Salz
Essig
Olivenöl

 

Hinführender Gedanke:
So wie die einzelnen Gemüse und die Obstsorten von ihrem äußeren Erscheinungsbild gesehen sehr unterschiedlich sind, so unterscheiden sie sich auch in ihrem Charakter. Es gibt Gemüse, die eher leicht wirken, wie etwa Zucchini oder bei denen mehr das wässrige Element betont ist, wie bei Gurken und Tomaten. Oder es herrscht mehr ein mildes Element vor, wie man es bei Karotten oder Fenchel finden kann und weiterhin gibt es sehr kompakte und kräftige Vertreter, wie etwa die Kohlgemüse.

Möchte man nun ein Gemüse zubereiten, kann man ausgehend von diesem Charakter die Überlegungen beginnen. Einem sehr leichten Gemüse könnte man eine kräftigere Note verleihen, den lieblichen und milden Charakter eines Gemüses könnte man unterstreichen, ohne ihn zu überdecken und die kompakte und kräftige Form könnte man mehr in eine erste Auflockerung bringen, damit die Verdauungsanforderung nicht die eigenen Kräfte übersteigt und Störungen verursacht. Mit diesen Überlegungen beginnt ein erstes Durchgestalten der Speise auch im Hinblick auf eine harmonische Gesamtkomposition.

Das Blaukraut gehört zu den kompakteren und festen Gemüsearten. Der Strunk ist kräftig und die Kohlehydrate verwandeln sich oft schon in die festere und unverdauliche Cellulose, die man als holzige Fasern kennt. Die einzelnen Kohlblätter wachsen nicht locker am Stängel entlang, wie das bei den meisten Pflanzen der Fall ist, sondern sie sitzen eng beieinander und sind fest ineinander gewickelt, sodass eine sehr kompakte kugelige Form entsteht. Die äußerlich sichtbare Schwere des Kohls setzt sich bis in die Verdauung fort und kann dort sehr leicht Störungen verursachen.

Heinz Grill spricht von einer geballten Kraft und einem recht irdischen Charakter beim Blaukraut. Er beschreibt, dass es einen sehr hohen Krafteinsatz in der Verdauung benötigt, um es gut verdauen zu können, wodurch jedoch das Willensleben des Menschen und Wärmekräfte gestärkt werden und damit die Bereitschaft wächst, im praktischen Leben tatkräftiger anzupacken.

 

Zubereitung:
Für die Zubereitung kann nun zunächst in der Vorstellung ein Bild entworfen werden, wie ein Rotkohlsalat aussehen könnte, der zu einer maßvollen Anforderung und Stärkung für die Menschen wird, die den Salat essen werden. Es kann dabei das Bild eines blütenhaft ansprechenden, geschmeidigen Salates entstehen, der durch die Gewürze sowie die Form aus jeglicher Schwere herausgehoben wird, der aber dennoch substanziell kräftig ist.

Nach dieser gedanklichen Überlegung und Gestaltung können die praktischen Zubereitungsschritte erfolgen. Zunächst den Rotkohl von trockenen oder weichen Blättern befreien, waschen und vierteln und den Strunk und die gröberen Blattansätze entfernen. Dann die Viertel mit einem Gurkenhobel so fein wie möglich in Streifen hobeln, so dass der Kohl eine neue zartere und feinere Form erhält.


Die feinen Streifen bringen ein sensibleres Element in den Rotkohl

 

Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze leicht goldgelb rösten und sie dann auf einen Teller geben.

 

Sonnenblumenkerne mild geröstet

 

In der Pfanne dann die Blaukrautstreifen mit einigen Tropfen Wasser und etwas Öl zunächst bei hoher Hitze dünsten und dabei ständig wenden. Die Hitze reduzieren, damit das Kraut nicht braun wird. Das Kraut immer wieder wenden, damit es gleichmäßig an dem Hitzeprozess teilnimmt. Während des Dünstens kann man beobachten, wie die Krautstreifen ihre vitale und starre Form verlieren und immer geschmeidiger werden.


Durch die Hitze werden die Streifen geschmeidig

 

Nun den Majoran und evtl. nochmals einige Tropfen Wasser zugeben und den Rotkohl unter weiterem Wenden noch etwas dünsten. Der Majoran ist ein wärmendes Gewürz mit einem mild-süßlichen abrundenden Geschmack. Da der Majoran, wie viele Kräuter, eine sehr intensive Beziehung zum Licht hat, kann er helfen, das Kraut aus seiner Schwere zu heben. Er regt auch die Verdauungsorgane an, die dadurch dem Kohl mit mehr Kraft begegnen können.


Der Majoran kann reichlich zugegeben werden

 

Das Kraut sollte nicht ganz weich werden, sondern noch etwas Biss haben. Dann das Ganze in eine weite Schüssel oder auf eine Salatplatte geben und abkühlen lassen.

Beobachtet man aufmerksam, wie die Blaukrautstreifen sich durch die Hitzeeinwirkung in ihrer Farbe, Konsistenz und Geschmeidigkeit verändern, so gewinnt man nach mehrmaligem Zubereiten dieses Gerichtes eine Wahrnehmung dafür, wann der Garprozess abgeschlossen ist, auch ohne, dass man ständig kosten muss. Das Dünsten dauert etwa 3 – 6 Minuten, je nach Krautsorte.

Zu dem abgekühlten Blaukraut die Sonnenblumenkerne zugeben und das Ganze mit Salz, Essig und Öl würzen. Durch die Säure des Essig verwandelt sich das Blau des Krautes in einen leuchtend warmen Rotton.


Das Kraut hat ein kräftiges Rot erhalten, wirkt aber noch ungeordnet und noch nicht harmonisch

 

Den Salat abschmecken und etwa ½ Stunde ruhen lassen, sodass das Salz und vor allem der Essig das Kraut durchdringen können. Wie durch den Hitzeprozess eine Stoffverwandlung im Kraut stattfand, so erfolgen auch durch das Salz und den Essig weitere alchemistische oder anders ausgedrückt, stoffverwandelnde Prozesse, die die Speise weiter harmonisch durchgestalten. Obwohl keine weiteren Zutaten mehr hinzukommen, verändert sich der Salat noch einmal wesentlich. Diese Veränderungen sind auch äußerlich sichtbar und führen die gesamte harmonische Gestaltung der Speise zu einem Abschluss.


Der Salat wirkt nun sehr geschmeidig und insgesamt harmonisch

 

Indem der Koch um diese Prozesse weiß, kann er sie bei der vorbereitenden Vorstellungsbildung auch zu anderen Gerichten mit einbeziehen und bewusst anwenden. Mit seiner Wahrnehmung kann er aufmerksam diesen Prozessen folgen und sie weiter studieren. Alle Gedanken- und Wahrnehmungsprozesse, die der Koch bei der Zubereitung einer harmonischen Speise vollzieht, wirken als substanzielle Kräfte in der Speise. Diese strahlen dem Menschen entgegen und bringen ihm das Gericht näher, sodass es bis in die Verdauung hinein leichter aufgenommen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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sigrid am Oktober 12th 2014 in Archiv

Der unterschiedliche Charakter der Eiweiße

 

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sigrid am August 31st 2014 in Archiv